Neue Wohnperspektiven im Bestand
In Offenbach am Main befassen wir uns mit der Umnutzung bestehender Büroeinheiten zu insgesamt 32 Wohnungen. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Frage, wie vorhandene Gebäudeflächen auf veränderte Anforderungen reagieren und für eine langfristige Wohnnutzung weiterentwickelt werden können. Die bestehende Bausubstanz bildet dabei den Ausgangspunkt für ein Wohnkonzept, das die räumlichen Möglichkeiten des Gebäudes aufgreift und in eine neue Nutzungsstruktur übersetzt.
Die Umwandlung von Büroflächen in Wohnraum erfordert eine sorgfältige Auseinandersetzung mit den Gegebenheiten des Bestands. Büroeinheiten folgen anderen räumlichen und funktionalen Anforderungen als Wohnungen: Flächen, die ursprünglich für gemeinschaftliche Arbeitsabläufe vorgesehen waren, müssen künftig Rückzug, Privatheit und die unterschiedlichen Tätigkeiten des täglichen Lebens ermöglichen. Aus einer bestehenden Bürostruktur soll deshalb eine nachvollziehbare Ordnung eigenständiger Wohnungen entstehen.
Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung geeigneter Wohnungsgrundrisse. Dabei gilt es, die Anordnung von Wohn- und Schlafräumen, Küchen und Bädern mit den vorhandenen räumlichen Voraussetzungen in Einklang zu bringen. Belichtung, Raumproportionen und Bewegungsflächen sind ebenso zu betrachten wie die Erschließung der einzelnen Einheiten. Ziel sind klar gegliederte Wohnungen, deren Räume sinnvoll miteinander verbunden sind und sich im Alltag gut nutzen lassen.
Die Planung betrachtet die einzelnen Wohnungen zugleich als Teile eines gemeinsamen Gebäudes. Die Übergänge zwischen gemeinschaftlich genutzten Bereichen und privaten Räumen sowie die Einbindung der neuen Einheiten in die vorhandene Gebäudestruktur sind für das Gesamtkonzept von besonderer Bedeutung. Die Qualität der Umnutzung entsteht damit sowohl innerhalb der Wohnungen als auch durch ihr Zusammenspiel mit dem Bestand.
Unsere Bearbeitung umfasst die Leistungsphasen 1 bis 3 – von der Grundlagenermittlung über die Vorplanung bis zur Entwurfsplanung. Zu Beginn werden die Voraussetzungen und Potenziale der vorhandenen Flächen untersucht und die Anforderungen an die künftige Nutzung zusammengeführt. Darauf aufbauend werden räumliche Lösungsansätze entwickelt, geprüft und zu einem schlüssigen Entwurf ausgearbeitet. Die Abstimmung zwischen dem angestrebten Wohnangebot und den Möglichkeiten des Gebäudes begleitet diesen Prozess durchgehend.
Unser Ansatz ist es, den Bestand sorgfältig zu lesen und die notwendigen Veränderungen aus seinen räumlichen und funktionalen Zusammenhängen her auszuentwickeln. Dabei ist abzuwägen, welche Strukturen sich für die neue Nutzung übernehmen lassen und an welchen Stellen Anpassungen erforderlich sind, um eine überzeugende Wohnqualität zu schaffen.
Mit der geplanten Umnutzung zu 32 Wohnungen erhält das Gebäude eine neue Nutzungsperspektive. Das Projekt versteht die Weiterentwicklung vorhandener Bausubstanz als architektonische Aufgabe, bei der eine veränderte Nutzung und die Qualitäten des bestehenden Gebäudes zu einem tragfähigen Gesamtkonzept zusammenfinden.